Aus “man spricht deutsch” wird “man schützt…” Will man das?
Neben der gestern hier erfreut begrüßten Erweiterung der angebotenen Sprachen bei flickr hat man nebenbei noch anderes geändert: flickr - das ja schon länger Yahoo gehört - “schützt” seine Besucher in verschiedenen Ländern vor verschiedenen Bildern. Oder anders ausgedrückt: es zeigt sie einfach nicht an. Dazu nutzt flickr die Einstufungen, die flickr-Nutzer ihren Bildern geben mussten.
Wer seine Bilder nicht oder nicht vollständig klassifiziert oder nach Flickrs Ansicht mit der Klassifizierung danebenliegt, riskiert, dass Flickr den kompletten Account – und damit alle Bilder – als mittel oder eingeschränkt einordnet.
(heise)
Außerdem wird dazu die Yahoo-ID verwendet, die man braucht, um sich dort anzumelden. Wer das Glück(?) hatte, beim Anlegen seines Yahoo-Accounts in den USA gelebt zu haben, der darf weiter alles sehen, wer das Pech hatte in Deutschland zu leben, der sieht ab jetzt weniger.
Vorangegangen war eine Abstimmung der Yahoo-Aktionärsversammlung, die zwei Anträge abgelehnt hat
die das Unternehmen zu mehr menschenrechtlichem Engagement antreiben sollten. Die von Amnesty International unterstützten Anträge verlangten zum einen Widerstand gegen Zensurbestrebungen in Ländern wie China und zum anderen die Installation eines firmeninternen Kommitees für Menschenrechte.
(heise)
Und wenn man sieht, was in den Blogs los ist, dann beweist sich: jeder ist sich selbst der nächste und China war und ist weit weg.
7 verlinken meist wegen der aktuellen Debatte die Ursache. Bislang 31 die Wirkung.
(Blogbar)
Tja, Segen des weltweiten Netzes oder Fluch der Globalisierung - Yahoo hat uns mit dieser Aktion China und die dortigen Zensurprobleme gefühlt näher gebracht, als sich mancher hätte vorstellen können.
Dabei filtert z.B. Google schon länger seine Suchergebnisse nach Ausgabeland.
Aber da ging es soweit ich mich erinnere auch nie um Brüste.

[…] Flickr mag nicht mehr Alle an Alles ranlassen Ich weiss, das Topthema heute, aber mir fehlt der Elan dazu, etwas mehr an sinnigen Zeilen zu verfassen. Knapp gesagt: Yahoo/Flickr sperrt Bilder für deutsche Benutzer. Vorauseilender Gehorsam wegen Forenhaftungsurteilen in Deutschland oder allgemeine Praxis wegen Marktaufstellung und die komische Haltung zur Meinungsfreiheit? Weiss man nicht, diskutiert wird aber viel derzeit. Habe jedenfalls bisher 100 Mal mehr Mails mit Boykott-Aufrufen und Anti-Flickr Gruppe-Einladungen bekommen, als zu Schäubles Überwachungsplänen. Komisch, weil Flickr muss ich nicht benutzen und das ist auch nur eine Firma, die solche Sachen hier verfasst: „Wenn beispielsweise Behörden bei der Ausgabe von Suchergebnissen Einschränkungen verlangten, werde Yahoo dem nachkommen und versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zudem sollen die Nutzer über die Zensurmaßnahmen informiert werden.“ In diesem Staat lebe ich aber – Und das auch noch in NRW, wo höchstbeamtlich sowieso Seiten zensiert werden. Huch… […]
Am 14. Juni 2007 um 19:27 Uhr